Schutzzonen

Die aktuellen Kriege insbesondere in Syrien und dem Irak – die davon ausgehende Bedrohung und Vernichtung von gesellschaftlichen und religiösen Minderheiten – bringen die Frage der Einrichtung von UN-Schutzzonen wieder auf die politische Agenda. Es ist eine heterogene Allianz, die sich dort zusammenfindet. Kirchenvertreter fordern angesichts der Bedrohung der christlichen Minderheiten die Einrichtung solcher Zonen ebenso wie Politiker, die darin eine Präventionsmöglichkeit gegen Fluchtbewegungen sehen.

Die Debatte fällt mitten hinein in die Rückblicke zum Drama von Srebrenica. Am 11. Juli 1995 stürmten serbische Milizen die UN-Schutzzone. In Anwesenheit der niederländischen UN-Blauhelme wurden mehr als 8000 Muslime von den Serben getötet und in Massengräbern verscharrt. Frauen wurden in Vergewaltigungslager gebracht. Bis heute, 20 Jahre später, sind immer noch nicht alle Opfer gefunden und identifiziert. Dieses Massaker war der erste Völkermord nach dem Zweiten Weltkrieg in Europas Geschichte.

So mangelte es auch nicht an entsprechenden Gedenkveranstaltungen und Publikationen im Juli und August diesen Jahres. In den Niederlanden setzte man sich mit der eigenen Verantwortung an dem Völkermord auseinander und ehemalige Blauhelmsoldaten erzählten ihre Geschichte – in keiner fehlte der Satz: Srebrenica hat mein Leben kaputt gemacht.

Was aber hat die internationale Gemeinschaft gelernt aus dem Geschehen? Noch immer ist die Völkergemeinschaft nicht in der Lage Schutzzonen wirksam militärisch durchzusetzen und zu verteidigen. Noch immer propagiert die Friedensbewegung ein grundsätzliches Nein zu Militäreinsätzen mit dem Ziel UN-Schutzzonen einzurichten.

Die Schatten von Srebrenica sind immer noch mächtig. Wertvolle Zeit ist seit 1995 verronnen und erneut versagt die Krisenpolitik der UN. Schon 2005 schrieb Annette Simon in ihrer Analyse „UN-Schutzzonen – ein Schutzinstrument für verfolgte Personen?“

„In the end UN-safety zones are a case of reponsibililty. Only if the international community is willing to take this responsibility and to exercise it faithfully, can UN-saftey zones leave the dark shadow of Srebrenica an become a succesful instrument in the fight against the greatest enemies of civilians in armed conflicts – genocide, crimes against humanitiy and war crimes.
http://bit.ly/1hDylSc

http://bit.ly/1UuKllG

http://www.mpil.de/files/pdf2/beitr179.pdf

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s