Equal pay

Es wurde mal wieder debatiert am Sonntagabend bei Günter Jauch. Diesmal zum „equal pay day“. Die Prominenten- und Expertinnenrunde war sich in vielen Punkten, wie eine gleiche Bezahlung von Männern und Frauen zu erreichen sei, nicht einig. Große Eintracht hingegen gab es bei der Betrachtung der Ursachen, die zur Ungleichheit in der Bezahlung geführt haben. Der Tenor: Das Familienbild der Arbeitsgesellschaft in Westdeutschland nach 1945 führte dazu, dass der Mann als Ernährer der Familie galt und somit mehr verdienen muss. Kulturell ist dieses Verständnis nachwievor in Westdeutschland stark verankert – die größten Einkommenunterschiede zwischen Männern und Frauen gibt es in Bayern und Baden Würtemberg – und mit der Rückkehr der konservativen Werte und der Renaissance alter Rollenmuster in Ehe und Familie hat es eine gute Zukunftsprognose.

Auch wenn dieser Trend den kirchlichen Werten in die Hände zu spielen scheint, so bleibt die Erkenntnis, dass die Rollenbilder und die daraus resultierende Ungleichheitssituation am Arbeitsmarkt korrespondierte mit dem katholischen wie evangelischen Familienbild. Jüngst wird zwar in beiden Kirchen um dieses Bild gerungen – wirkliche Reformen dürften aber kaum zu erwarten sein, höchstens die Klärung interner Verständnisfragen. Zu wenig thematisieren die Kirchen ihre Verantwortung für die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung. Damit aber tragen sie weiter ihren Teil zur Ungleichheit von Männern und Frauen in der deutschen Arbeitsgesellschaft bei.
http://www.sueddeutsche.de/medien/tv-kritik-guenther-jauch-hausfrau-im-kopf-1.2405941

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