Teilen

Teilen ist auf einmal auch in wirtschaftlichen Kreisen ein ernstgenommenes Thema. US-Ökonomen wie Jeremy Rifkin, sprechen sogar vom Beginn eines neuen wirtschaftlichen Zeitalters. Das liegt daran, dass Teilen zu einem Wachstumsmarkt geworden ist. So sind z.B. nicht mehr nur Nischenanbieter im Carsharing aktiv, sondern Konzerne wie Daimler Benz und Deutsche Bahn haben das Geschäftsmodell in Deutschland für sich entdeckt. Ein Modell, das inzwischen auch auf Bereiche der Gastronomie, des Wohnungsmarktes, des Arbeitsmarktes etc. überspringt.

Es waren unter anderem christliche Kreise, die die „Geister des Teilens“ riefen. Sie entwickelten Projekte, um Ressourcen zu schonen und um mit privatem Besitz anders umzugehen. Teilen, Tauschen, Weitergeben und Leihen sollen bewirken, dass weniger Produkte hergestellt werden. Gemeinsam mit anderen Gruppen haben sie das gesellschaftliche Klima verändert und Teilen zum Lebensstil gemacht. So schufen sie die Voraussetzung dafür dass Teilen wirtschaftlich erfolgreich werden konnte.

Das ethische Anliegen verbindet sich nun mit wirtschaftlichen Interessen und den neuen digitalen Möglichkeiten in der sharing economy. Private Fahrzeuge dienen zum Personentransport und die eigene Wohnung wird übers Wochenende an Gäste vermietet – das Ganze leicht zu handhaben per Chipkarte oder App.

Kritiker sprechen von privater Ausbeutung, Billiglohnsektor und einer neuen Stufe der Durchkommerzialisierung der privaten Lebenswelt. Kann man die „Geister des Teilens“ wieder einfangen? Soll man das überhaupt? Die Diskussion steht wohl erst am Anfang. Noch ist die Sharing Economy ein Phänomen in einigen Großstädten. Wenn aber in San Francisco, der Heimatstadt des Fahrdienstvermittlers „Uber“ kaum noch Taxis fahren, dann wird deutlich, welche Herausforderung hier liegt und was noch alles kommen kann. Was aber bedeutet das für für den christlichen Wert des Teilens?

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/jeremy-rifkin-die-null-grenzkosten-gesellschaft-13151899.html

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ablehnung-des-mitfahrdienstes-uber-lobbyisten-der-vergangenheit-1.2133426

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