Erinnerung

Nach dem Attentat auf die Redaktion von Charlie Hebdo ist eine lebhafte Debatte über die Presse- und Meinungsfreiheit entbrannt. Die Vertreter der christlichen Kirchen gehen inzwischen offen auf Distanz zu dem Satiremagazin und sehen dessen Veröffentlichungen nicht im Einklang mit der Presse- und Kunstfreiheit. Zitat Bischof Fürst: „Wo jemand mit voller Absicht, mit Spaß und Zynismus das zu zerstören versucht, was Menschen am heiligsten ist, ist die Grenze überschritten.” (epd 21.01.) Charlie Hebdo wollte diese Grenzüberschreitung.

In Deutschland wird die Debatte um diese Grenzüberschreitung auch vor dem Hintergrund der eigenen Geschichte geführt. Hier gibt es die Erfahrung, wie Karikaturen zur Propaganda eingesetzt wurden. Sie haben die Macht, bestimmte Ereignisse oder Personengruppen zu verzerren, wie im Vorfeld und während des Nationalsozialismus geschehen. Die Entwicklung der judenfeindlichen Karikatur steht in einem direkten Zusammenhang mit der Entstehung und dem Verlauf des Antisemitismus. Dieser ist u.a. durch die Karikatur stetig erweitert worden von der Religion, zur Politik, zur angeblichen Rasse. Während der Zeit des NS- Regimes erreichen stereotype Darstellungen von Personen und Geschehnissen durch Karikaturen einen Höhepunkt.

Gerade vor diesem Hintergrund wird deutlich, welcher Sensibilität es in der Debatte bedarf. Wird die Zivilgesellschaft die Kraft aufbringen, mit der Freiheit der Kunst respektvoll umzugehen?

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