Bemüht

Papst Franziskus reiste nach Asien und der Medientross, wie die heimischen Beobachter sind sehr bemüht das reformerische oder gar revolutionäre dieser Reise herauszustellen. Mir will das nicht gelingen, bei aller Sympathie für diesen Papst und seine Art des Auftretens. Es ist doch ganz normal, dass er in das katholischste Land Asiens, die Philippinen, fährt. Ein normaler Pastoralbesuch, ergänzt durch einige politische Akzente in Sachen Umweltproblematik und wirtschaftliche Ungerechtigkeit. Ein Besuch der zum Ausdruck bringt, dass das Zeitalter des westlich geprägten Christentums zu Ende gehen wird und das Zeitalter des „südlichen Christentums“ (Jenkins) bereits angebrochen ist. Und da muss der Papst doch zwangsläufig auf die Philippinen reisen, der katholischen Bastion in Asien. Wie es in Asien für die katholische Kirche weitergehen wird, ist durchaus eine Zukunftsfrage für den Katholizismus insgesamt.  Gerade in Asien sind es die Kirchen, die in den Zeiten des gigantischen sozialen Wandels den Menschen eine Zuflucht bieten. Sie sind aber auch der Raum in dem eine fundamentalistisch-orientierte Glaubenspraxis gut gedeiht. Eine von den südlichen Kirchen bestimmte Zukunft des Christentums jedenfalls wird ausgesprochen konservativ sein, da sind sich die Beobachter einig. Religionssoziologen wie Philip Jenkins sehen sogar Gemeinsamkeiten der südlichen Kirchen mit den Kirchen des Mittelalters. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen weltweiten Debatte um religiösen Fundamentalismus und religiös begründete Gewalt, braucht es hier eine katholische Positionierung. Ob der Papst diese vorgenommen hat, konnte ich nicht erkennen. Lächerlich ist jedenfalls wie die Medienvertreter sich bei der Rückreise an Kaninchenvergleichen erfreuen.

 

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